Further Press Quotes

generationWertvoll ist diese CD vor allem wegen Daniel Behle, der sich mit seiner sehr schönen Mozart-Stimme nach und nach zu einem stilsicheren Liedinterpreten entwickelt und direkt in die Fußstapfen eines Ernst Haefliger oder Fritz Wunderlich treten kann. Wunderschön gestaltet er Beethovens ‘Ferne Geliebte’, aber auch in den Brahms-Liedern und Balladen sowie in Schumanns ‘Belsatzar’ und Mendelssohns ‘Andres Maienlied’ vermag er durch seinen ebenso intelligenten wie feinen Gesang überzeugen… . (…) Oliver Schnyder ist ein hervorragender Begleiter, der insbesondere bei Beethoven und Brahms eine überragende Arbeit leistet.

Remy Franck, Pizzicato, Luxemburg, 5.1.2013


generationRichtige Gene

Von Ferne erinnert diese Stimme an die späte Martha Mödl, vor allem in den Wagnerschen Wesendonck-Liedern, die Renate Behle nach Wolf und Liszt singt: Da ist ein Tasten zu spüren, eine wissende Müdigkeit in ihrem ehedem hochdramatischen Sopran, der auf der Bühne alles gesungen hat – und sich hier seinem Vermächtnis stellt. Auratisch, wie Behle im tristantrunkenen Treibhaus fast mehr spricht, als wär‘s ein Melodram von Schönberg, geradezu erotisch, wie der Pianist Oliver Schnyder ihr dabei nie zu nahe tritt. Diesem Vergleich kann Daniel Behle, lyrischer Tenor und Sohn von Renate, im ersten Teil der CDE schon qua künstlerischer Erfahrung nicht standhalten. Die richtigen Gene hat er trotzdem, das zeigen Brahms-Lieder wie Feldeinsamkeit oder Von ewiger Liebe, die er mit empfindsamem Timbre und viel Verständnis singt.

Christine Lemke-Matwey, DIE ZEIT, 6.12.2012


“This thrilling Strauss album makes me want to hear this young German tenor in everything he sings. His light lyric timbre is reminiscent, in its ascents to the stratosphere, of earlier German-speaking tenors (Tauber and Dermota spring to mind). He crowns Cäcilie with a stunning top B…breathtaking work from both singer and pianist.”
The Sunday Times, 6th May 2012


Sopranos have ruled the roost of Strauss songs for so long that it‘s easy to forget that Strauss wrote his first published set – the eight songs of Op. 10 featured here – with a tenor in mind. But never mind the voice-type; all that matters is the artistry. Soft, inward rapture for ,Ständchen‘ is Behle‘s excellent starting point, an intimacy he uses to make his mark in the familiar ,Zuneigung‘, ,Cäcilie‘ and ,Morgen‘, where the voice touches lightly and never sentimentally on the piano melody so gracefully sung by the subtle Oliver Schnyder. An easy confidentiality never allows over-inflection here. Behle has licence to do all the dynamics and colours in the quirkier Schack settings of Op. 19, framed by a Wolf-like elusiveness which tenor and pianist effortlessly share (the only problem with the piano sound is a tendency to diffuseness in the bigger moments, which may be the fault of the recording or the instrument). Whether or not the studio tells the truth, Behle is also able to bring a heroic sheen to the refulgend climaxes of ,Ich liebe dich‘ and ,Breit über mein Haupt‘ which makes comparison with Jonas Kaufmann not inappropriate; but in any case this is a tenor with a candid, easy approach all his own.
David Nice, BBC Music Magazine


Propellernde Maikäfer, liebende Mannsbilder

Schwärmerisch und brutal: Der Tenor Daniel Behle hat mit Liedern von Richard Strauss in Oliver Schnyder einen idealen Begleiter gefunden

Bei aller Zärtlichkeit – das ist ein Husarenstreich! In einer glänzend gelungenen Verblüffungsattacke stellt der Tenor Daniel Behle gemeinsam mit dem Pianisten Oliver Schnyder das “Ständchen” op. 17 Nr. 2 an den Anfang seines Albums mit Liedern von Richard Strauss. Allein, wie der heikle Zwischenton dieses Stücks  – lebhaft und süss, rasend und geheimnisvoll zugleich – getroffen ist, nötigt zu einem “Chapeau!”. Schnyder lässt in delikatestem Pianissimo die Fis-Dur-Sextolen des Klaviers herunterpropellern wie liebestolle Maikäfer. Und darüber trompetet Behle in drängendem Flüstern seine Signale: “Mach auf, mach auf, doch leise, mein Kind, um Keinen vom Schlummer zu wecken.”…
Klavier und Stimme verschmelzen wie die Schatten aller Dinge in der Dämmerung….Ein leiser Harmoniewechsel, so herrlich, wie wenn nach Sonnenuntergang der Tau fällt und das Gras duftet…”

Jan Brachmann, Feuilleton der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Mai 2012


NDR Kultur: “Behle gilt schon als Nachfolger von Fritz Wunderlich – und dieser Vergleich scheint ausnahmsweise mal nicht übertrieben: Mit seinem zarten Tenor erinnert er tatsächlich an den großen deutschen Tenor. (…) An der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit zaubern die Interpreten einen unwirklichen Klang. Der Pianist Oliver Schnyder bettet den Gesang auf Klaviertöne, die wie aus dem Nebel kommen.(…) Einfach nur schön und anrührend.”

 


Radio Swiss Classic

“Camille Saint-Saëns: Piano Concertos 2 & 5, Wedding Cake

Nicht eben gross ist die Diskothek der Klavierkonzerte von Camille Saint-Saëns. Es sind vor allem die französischen oder wenigstens in Frankreich beheimateten Pianisten, die sich den Konzerten ihres Landsmannes annehmen. Umso erstaunlicher und erfreulicher aus Schweizer Sicht ist, dass ausgerechnet ein junger Schweizer Pianist, zusammen mit einem Schweizer Orchester und dessen englischen, aber in der Schweiz heimischen Dirigenten eine der faszinierendsten Interpretationen von zwei der fünf Klavierkonzerte aufgenommen hat.
Die vor fünf Jahren herausgekommene CD hat bis heute Referenzcharakter und zeigt das besondere Gespür für französische Musik seitens des Pianisten Oliver Schnyder. Dass hier das Aargauer Symphonie Orchester so mustergültig mithalten konnte, ist ein Verdienst seines Chefdirigenten Douglas Bostock, der mit dem Orchester viel Aufbauarbeit leistete.

Mit einem “Jeu perlé” par exellence, pariserischer Eleganz und einem Reichtum an Farbnuancen bringt der junge Schweizer Pianist die Musik Saint-Saëns zum Leuchten. Das Aargauer Symphonie Orchester an seiner Seite belässt es nicht bei einer begleitenden Unterstützung, es bringt eine zusätzliche Farbkomponente hinein und spielt, als hätte es den französischen Esprit eingeatmet.

Mit dem zweiten und fünften Konzert hat man zwei charakterlich sehr unterschiedliche Werke gewählt, die auch zeitlich weit voneinander entfernt liegen. Die besonderen Charakterzüge: das Tänzerische des zweiten und die orientalische Stimmung des letzten Konzerts verstanden Schnyder und das Orchester mit Raffinesse und sinnlicher Spielfreude markant aufzuzeigen. Eine reizende Zugabe zu den Konzerten ist der spritzig und mit viel Schalk gespielte Caprice-Walzer ‘Wedding Cake'”. (Empfohlen von Irène Maier, September 2011)


The Trio Opus 100 is a multinational ensemble composed of award-winning pianist Oliver Schnyder, a student of Leon Fleisher and Ruth Laredo; Russian violinist Marina Yakovleva, who studied with Pierre Amoyal and has concertized as a soloist and chamber musician in Europe and the U.S.; and German cellist Claudius Herrmann, a protégé of David Geringas, who, since 1991, has served as principal cellist in the Zurich Opera Orchestra. How the three met and decided to form a piano trio is not addressed by the booklet notes, but this appears to be their first and so far only recording as an established ensemble. To say that with this album they have hit the jackpot or made a hole-in-one on their first try might be a bit of an overstatement, but without question, this performance of Schubert’s E♭-Major Trio ranks high beside the Icicle Creek and Tetzlaff/Vogt readings that made my earlier Want Lists.

The Andante con moto movement at the heart of this work is so sensitive to tempo that just one or two metronome notches in either direction can make or break a performance. Not con moto enough and the movement loses its premonitory edge; too con moto and it loses its tragic tread. So where does the Trio Opus 100 come in? At 9:08, exactly the same as the Gryphon Trio on Analekta, the ensemble pushes the envelope. The tempo is not as fast as that taken by the Florestan, but it’s a bit quicker, without quite sounding rushed, than I would prefer to hear it.

The first and third movements, with repeats taken, are very well done. The players are alert to each other’s phrasing inflections and the score’s dynamics, resulting in a fluid, well-integrated, and balanced performance. My only real complaint—and it should be lodged against Schubert rather than faulting the Trio Opus 100 for heeding the composer’s ill-advised directive—is that the lengthy repeat in the last movement is observed, stretching it out to almost 19 minutes. Not chancing to put their audience into a catatonic state, few ensembles risk taking this tedious and tiresome repeat, which contains material made up of highly repetitive patterns, a Schubert trademark familiar from his “Great C-Major” Symphony…perhaps we should give the Trio Opus 100 extra points for daring us to persevere. Wasn’t it at the first public performance of Beethoven’s “Eroica” Symphony that a man in the audience stood up and cried, “I’d pay another kreutzer if the damn thing would only stop?” Aside from this one matter of the last movement exhausting my patience, I’d have to give this latest version of one of Schubert’s greatest masterpieces very high marks. (Jerry Dubins, Fanfare, May 2011)


“Melancholischer Nachdruck

Ist von «Opus 100» die Rede, machen Klassikliebhaber ein verklärtes Gesicht und beginnen zu schwärmen – von Schuberts Klaviertrio Es-Dur op. 100. Ein Werk, mit dem jeder zumindest ein persönliches Erlebnis verbindet. Das Klaviertrio «opus 100» kann von diesem Erlebnis in Zukunft ein Lied singen, bildet das Schubert-Trio doch gleich das Hauptwerk ihrer ersten CD. Der Schweizer Pianist Oliver Schnyder gibt mit seinem leichtfüssigen Ton, dem ein melancholischer Nachdruck eigen ist, die klangliche Vorgabe. Wie gut der Cellist Claudius Hermann darauf reagieren kann, zeigt er etwa im Andante con moto: Man erkennt nicht nur ein Einhergehen, sondern auch ein Setzen von klanglichen Kontrapunkten. Die Geigerin Marina Yakovleva glänzt obenaus mit bestimmtem Strich und Ton. Als unbeschwerte Zugabe spielt Schnyder Schuberts Sonate A-Dur op. 120.” (Christian Berzins)


Schubert’s E Flat Trio

was conceived on a grand scale, both in its length (when all repeats are observed) and its expressive depth. In spirit and substance it would seem the kind of work Mahler would have loved. The big first movement (Allegro), with its stately opening and sense of grandeur, is ultimately restless and troubled in its energetic flow, though one could hear the music as perky and uplifting, if a little conflicted. The second movement (Andante con motto) features one of Schubert’s most haunting melodies: somber in its sadness, it conveys a sense of loneliness, of loss. The alternate theme is consolatory, but does not relieve the gloom. The ensuing panel (Scherzo – Allegro moderato) is a country dance that clearly shifts away from the darkness. The finale (Allegro moderato), at nearly nineteen minutes, is another long-breathed creation, but here the brighter mood from the Scherzo remains, at least until the second movement main theme returns. Though its reappearances provoke tension, even a sense of chaos for a time, they ultimately fail to dispel the high spirits. The performance of the Opus 100 players (Oliver Schnyder, piano; Marina Yakovleva, violin; and Claudius Herrmann, cello) is excellent: they are alert to every change in mood, to seemingly dozens of gradations in dynamics and to every technical demand. Their tempos are judiciously chosen and the music seems to flow with a naturalness of expression, especially in the outer movements. The sensitive rendering of the various guises of the second movement theme was simply mesmerizing. And they make the performance work well, not an easy challenge when you observe the repeats in the work, as they do. The Wiener Trio (with Rudolf Buchbinder on piano), in a performance from 1972, also offered a fine and much leaner (repeat-less) rendition on Telefunken. Pianist Oliver Schnyder’s performance of the A Major Sonata was also convincing. I can remember Sviatoslav Richter’s EMI recording of the work: he took every first movement repeat, as I remember, and made the music sound so long-winded and repetitive in his attempt at faithfulness to the score. Alicia de Larrocha was more vital in this generally light work. In this case, choosing to pare down the music, as Schnyder does here, is wise. Schnyder’s finale is particularly spirited and the first movement has that charm and lightness one would expect in a superior performance. The sound reproduction in both works is vivid. Recommended.” (Robert Cummings, Classical Net, January 2011)


Supersonic

“Riesenüberraschung

Diese CD ist eine Riesenüberraschung. Hätte man von drei Musikkern, die sich unter dem Namen ‘Trio Opus 100’ vereint haben, erwarten können, dass sie eine so meisterhafte Darbietung gerade dieses Schubert-Werkes schaffen würden? Nun, wenn man sich schon einen solchen Namen gibt, so verpflichtet dieseer natürlich, und man vergreift sich auch nicht ungestraft an Franz Schubert.

Das ist diesmal wirklich nicht der Fall: Hier sind Interpreten, die ihren Schubert ernst nehmen, die auch ihr Spiel ernst nehmen und die mit Ernst und enormem Können an das wohl grösste Trio der Musikgeschichte herangehen. So geben sie ihm erfrischend neue Züge. Zwar spielen sie das einleitende Allegro sehr forsch, vielleicht etwas zu forsch, dadurch aber können sie dem folgenden, grossartigen Andante con moto ein so intensives Voranschreiten, Schritt für Schritt, abgewinnen, dass diese Interpretation in sich allein die ganze Dramatik des Schubertschen Wanderers verkörpert. Eine weitere freudige Ueberraschung ist, dass endlich wieder die üblichen Striche nicht gemacht, sondern alle Wiederholungen ausgespielt werden, was der kostbaren Interpretation ein noch schöneres Gleichgewicht gibt. Es darf daher behauptet werden, dass das ‘Trio Opus 100’ seine Feuerprobe glänzend bestanden hat.

Damit die CD aber nicht bei 49’54 aufhört, hat man ihr eine bereits 2001 entstandene Interpretation der Klaviersonate in A-Dur D.664 mit Oliver Schnyder, dem Pianisten des Trios, beigefügt. Auch sie stellt, trotz des grossen Angebots, eine Repertoirebereicherung dar. Hier ist keiner, der seinen Schubert verzärtelt, sondern einer der mit kühnem Zugriff und grosser Sensibilität die ganze Spannweite dieser herausragenden Musik in ihrem ständigen Wechsel zwischen Hoffnung und Angst deutlich macht.” (GW, März 2011 / ausgezeichnet mit dem Supersonic Pizzicato Award)


Allmusic

“Review

Often and understandably overshadowed by the immense success and popularity of the Violin Concerto in E minor, Mendelssohn’s other works for violin are nonetheless quality additions to the repertoire that should not be as infrequently performed. In particular, the notoriety of the Sonata in F major (1838) and the Concerto for Violin, Piano, and Strings in D minor was not helped by the fact that both works lay dormant for well over a century before finally being “rediscovered.” This Avie album celebrates these two underappreciated compositions with violinist Rudens Turku, pianist Oliver Schnyder, and the Cappella Istropolitana. Taking center stage on both works, Turku’s playing is ideally suited for Mendelssohn; he plays with a wonderfully clear, penetrating, uncomplicated sound quality; a nimble, precise technique; and a sense of youthful vitality and drive. His collaboration with Schnyder is a musically organic one, with one artist playing nicely off the other without balance issues or disagreements on tempo or articulation. The Cappella Istropolitana likewise plays with light, focused precision while staying out of the way of the two soloists. Their combined sound is elegant and fluid. Listeners seeking to expand their repertoire of Mendelssohn compositions or violin works in general are not likely to be disappointed by this fine contribution.” (by Mike D. Brownell, 2010)


Allmusic

“Review

Trio Opus 100 is a multinational group of young chamber musicians, and one hopes they’ll go on to record other works besides the sprawling Schubert Piano Trio in E flat major, Op. 100, from which they take their name. The recording was made in 2009 (not 2011 as is indicated on the back cover of the CD, which would have been a neat trick inasmuch as the album was released in 2010), and it’s paired with an earlier recording of the Piano Sonata in A major, D. 664, by pianist Oliver Schnyder. That works well, for it’s Schnyder’s musical personality that’s prominent in the trio, as well, and he’s a gifted Schubert interpreter. In the slow movements of both works he has the fine cantabile and the melancholy, yet soaring quality that marks the great Schubertians. Yet the collective decisions are likewise interesting and unusual. The trio is taken with all repeats, clocking in at nearly 50 minutes. The first movement is taken at a brisk (maybe too brisk, sample it) clip, weighting the entire sonata toward the vast finale. It would have been easy for the players to flag here, but they keep the momentum going throughout, aided by original touches like the punchy rhythms in the trio of the scherzo. Schnyder’s quiet A major sonata almost has the feel of an encore after these exertions. The pieces were recorded in different locations; the church where the trio was played is a bit too live, but there isn’t a lurch from one piece to the other. One looks forward to other “opus numbers” from this new group. Notes are in German and English.” (by James Manheim, 2011)


Supersonic

Atemberaubender Grieg

Der Albanier Rudens Turku und der Schweizer Oliver Schnyder stellen auf dieser CD Werke zusammen, in denen die Komponisten Beziehungen zur Musik ihrer jeweiligen Heimatländer herstellen. Ob das als Programm Sinn macht, sei einmal als Frage ohne Antwort dahingestellt. Fakt ist, dass die CD musikalisch brisant ist, und zwar erstaunlicherweise vor allem wegen der 3. Grieg-Sonate, in der Turku und Schnyder eigentlich nur im tänzerischen letzten Satz Platz für Heimatgefühle lassen. Der erste Satz bekommt durch das aufgewühlt leidenschaftliche Spiel der beiden Interpreten einen regelrechten Emergency-Charakter, in dem die beiden traumatische Erlebnisse schildern, wie man sie wohl in diesem Stück so leidenschaftlich noch nie gehört hat. Was vor allem Turku in einer phänomenale Bandbreite zwischen vollen und hohlen Klängen, zwischen dunklen und grellen Farben zum Ausdruck bringt, ist atemberaubend. Im Dialog mit dem Pianisten entstehen immer wieder neue Spannungen, auch im zweiten Satz, wenn unter süßen Geigenklängen das Klavier düster zu brodeln beginnt und die Geige zu neuer Leidenschaft bringt. Der letzte Satz, den man so oft leicht und verspielt gehört hat, bleibt sogar im Tanz von dunklen Gefühlen belastet. Die süße Rachmaninov-Vocalise, von Turku und Schnyder hinreißend gespielt, bringt Entspannung, und Dvoráks lichtdurchflutete Sonatine ist im Vergleich zu Grieg ein problemfreier musikalischer Spaziergang. In Piazzollas rauchverhangener Milonga en Re und Sarasates Romanze bleiben Turku und Schneider der Musik in permanent wachem Dialog nichts schuldig! Eine wichtige CD, wie gesagt vor allem wegen der infektiösen 3. Grieg-Sonate. Aussergewöhnliche Spitzenleistung. Ein Must! – (Rémy Franck)


Supersonic

Viel Energie

Rudens Turku und Oliver Schnyder spielen die Sonate des 21-jährigen Mendelssohn sowie das Doppelkonzert d-moll, das der jugendliche Draufgänger mit 14 schrieb, furios und jugendlich ungestüm, so den Zuhörer geradezu in die Musik zwingend. Dennoch ist dies kein Parforceritt, denn alles bleibt sehr musikalisch. Das warmherzig gespielte Adagio der Sonate erfüllt Turku mit goldenem Violinklang, ehe die beiden Solisten die Sonate in einem hoch virtuosen Endspurt zu Ende bringen. In Abwesenheit von wirklich charakteristischen Melodien polieren die beiden zusammen mit dem Orchester das Doppelkonzert auf Hochglanz. Diese CD hat viel Energie und eine hervorragende Leitfähigkeit. Sehr gut – (Rémy Franck, Pizzicato Magazine Luxembourg)


Mendelssohn: Konzert für Violine und Klavier

Die Zeit atmet durch

Wer auf Schumann steht, dem ist Mendelssohn manchmal zu distanziert, zu unterkühlt. Dieses fein kultivierte Image – und manchmal stimmt’s ja auch – ist ganz schnell vom Tisch, wenn der Geiger Rudens Turku mit dem Pianisten Oliver Schnyder die F-Dur-Sonate spielt. Mon dieu, da glühen die stählernen Saiten, da dringen schon die ersten suchenden Töne tief unter die Haut. Und im Adagio bleibt die wild gewordene Zeit endlich stehen und atmet durch in langen, verträumten Violinklängen. Fast vergisst man da das Filetstück der Scheibe: das Konzert für Geige, Klavier und Streichorchester. Eine noble, leidenschaftliche Mischung (Avie Record)! (cig, Münchner Abendzeitung 14./15.8.2010)


DIAPASON juin 2010

“Si plusieurs enregistrements sont récemment venus rappeler l’intérèt de la Sonate pour violon en fa majeur (1838), le Concerto pour violon et piano (1823) n’a pas connu la même vogue malgré l’interprétation renversante de Gidon Kremer et Martha Argerich, en 1988 (DG). Dans cette page de jeunesse, d’une virtuosité anxieuse et volubile, les nouveaux venus optent pour une approche moins extravertie. Le violon de Rudens Turku est assuré, brillant, tout en conservant une sonorité assez amène. Le contraste qu’il offre avec le piano plus rond et fluide d’Oliver Schnyder participe à la séduction de leur lecture, d’autant que leur dialogue est savamment équilibré. Rien à redire à l’accompagnement de la Capella Istropolitana, précise et enthousiaste.

De la sonate, il existe déjà plusieurs versions intéressantes, notamment celle d’Anne-Sophie Mutter et André Previn, très lyrique (DG), ou celle, plus dépouillée et plus nerveuse, de Dmitri Makhtin avec Boris Berezovsky (Warner). Turku et Schnyder rivalisent avec leurs aîe;nés, et livrent pour ainsi dire une synthèse de leurs qualités respectives, en se montrant à la fois tendres et volontaires. 5 diapason” – (Jérôme Bastianelli)


Aargauer Zeitung, 18.6.2010

“Stammelnder Triumph

Der Schweizer Pianist Oliver Schnyder ist in Fahrt. Bei den Migros Classics zoger im Mai durch die Konzertsäle der Schweiz, im Sommer spielt er am Lucerne Festival und auf CD liegen neben einer Schumann-Solo-CD zwei spannende Aufnahmen vor, die er mit dem Geiger Rudens Turku eingespielt hat. Die erste versammelt Kammermusik-Bijous, die zweite eine Sonate und ein Konzert für Geige und Klavier von Felix Mendelssohn. Turku ist ein albanischer Geiger, der aus der Schule der legendären Pädagogin Ana Chumanchenco entstammt. Ein Künstler, der mit einem unheimlich lebendigen, geheimnisvollen Geigenton überrascht, der Extreme in klanglicher wie in interpretatorischer Hinsicht nicht scheut. Ein Geiger auch, der für Schnyder eine Herausforderung gewesen sein muss: Schnyder nimmt sie hörbar an, geht auch an Grenzen (2. Satz der Grieg-Sonate): seufzt, stammelt – und triumphiert alsbald. ✩✩✩✩✩/✩✩✩✩✩” (CHRISTIAN BERZINS)


FonoForum 07/10

“Umso überraschter ist man über die bemerkenswert verständige Interaktion beider Musiker nicht nur bei dem weit dimensionierten, vor Spritzigkeit aber geradezu berstenden Doppelkonzert d-Moll, sondern vor allem auch bei der vergleichsweise spät entstandenen und noch später von Yehudi Menuhin aus dem Nachlass herausgegebenen Sonate F-Dur. Turkus Geigenton ist dabei im Allegro kraftvoll, ohne süffig zu sein, im Adagio aber auch lyrisch, ohne sentimental zu wirken. Ihm haftet vor allem etwas lustvoll Musikantisches an, das man so nicht alle Tage hört. Schnyder ist als Partner eine gleichwertige Wahl, die Cappella Istropolitana niveauvoller Begleiter.”


Metropolitan Opera Guild, January 2010 – Vol. 74, No. 7

Opera News von der Metropolitan Opera Guild in New York hat die Rezital-CD mit Daniel Behle und Oliver Schnyder zu den 15 besten Neuerscheinungen des Jahres 2009 gewählt. Hier die CD-Besprechung von Fred Cohn.

 


“Ein großes Versprechen

Ein junger deutscher Tenor stellt sich mit seinem ersten Soloalbum vor und widmet sich ausschließlich einem anspruchsvollen Liedrepertoire. Das lässt zuerst einmal aufhorchen, denn der in Hamburg geborene Daniel Behle, der 2004 sein Studium in seiner Heimatstadt und bei seiner Mutter Renate Behle abschloss, hat sich seitdem vor allem in diversen Opernpartien von Mozart und Rossini einen Namen gemacht, ebenso wie im Bereich der Operette. Daniel Behle scheint ein lyrischer Allrounder, dessen sorgsam gepflegte und schlanke Tenorstimme schon beim ersten Hören für sich einnimmt. Die Klarheit und Mühelosigkeit seines Vortrags und der intelligente Umgang mit Text und Vertonung machen seine Bühnenrollen zum Erlebnis. Dass sein Liedvortrag auf beachtlich hohem Niveau angesiedelt ist, verwundert da nicht im Geringsten, bestätigt vielmehr den Sonderstatus dieses vielversprechenden jungen Künstlers.

Die 2008 beim Label Phoenix eingespielte CD trägt den schlichten wie zutreffenden Titel ‘Lieder’ und bezieht unter dem allgegenwärtigen Thema ‘Liebe’ stilistisch so unterschiedliche Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Edvard Grieg, Benjamin Britten und Manfred Trojahn mit ein. Die Anordnung der Lieder ermöglicht dem Hörer eine problemlose Entwicklung von Schubert bis Trojahn, verspielt sich dadurch aber das mögliche Spannungsfeld, das aus der direkten Gegenüberstellung zeitlich weit auseinander liegender Vertonungen erwachsen könnte. Schon im Booklet wird darauf hingewiesen, dass der Plan eines reinen Grieg-Albums dem Wunsch nach stilistischer Vielfalt weichen musste. Das ist nachvollziehbar, erschwert den Zugang zum vorliegenden Programm aber beachtlich. Nicht die spannenden Kontraste der Liedauswahl ziehen folglich in ihren Bann, sondern die Souveränität des musikalischen Vortrags und der dramaturgische Mut, die Lieder Brittens und Trojahns ans Ende der CD zu setzen. Die Gefahr, dass nach dem letzten verklungenen Grieg-Lied die Stop-Taste gedrückt wird, liegt da beim an neue Stimmen interessierten ‘Normalkäufer’ nicht fern.

Dabei sind Daniel Behles Interpretationen eine Klasse für sich. Die drei herrlich unprätentiös vorgetragenen Schubert-Lieder ‘Der Musensohn’, ‘Ständchen’ und ‘Ungeduld’ entfalten ihren Zauber befreit von jeglicher hinzu-gefühlten Melancholie und strahlen im jungenhaft strahlenden Glanz von Behles Stimme. Der verschmitzte Humor in Beethovens ‘Der Kuss’ kommt ebenso zum Zuge wie das eindringliche ‘Adelaide’.

Die ‘Hölderlin-Fragmente’ von Benjamin Britten aus dem Jahr 1958 hat Daniel Behle seit 2007 in seinem Repertoire. Die auf deutsche Texte komponierten sechs Lieder umfassen eine breite Spanne an Stimmungen, die von drängender Sehnsucht bis zu abgründiger Verzweiflung reicht. Die stärksten Momente hat Daniel Behle in ‘Sokrates und Alcibiades’, wenn im Zusammenspiel mit seinem einfühlsamen Pianisten Oliver Schnyder Stimme und Klavier in musikalischer Einheit verschmelzen.

Hört man die ‘Sechs Lieder’ op. 48 von Edvard Grieg wünschte man sich, Behle hätte sich doch für ein komplettes Grieg-Programm entschieden. Zum einen sind bereits die Lieder an sich ein hinreißendes Stück Lied-Literatur, zum anderen blüht Behles Tenor in so reizvollen Farbschattierungen auf, die vielleicht noch in den Schubert-Vertonungen zu hören waren, aber erst bei Grieg nun voll zur Geltung kommen. Da klingt tiefstes Verständnis für Musik und Text und wieder einmal kommt die einfühlsame Begleitung durch Oliver Schnyder zum Tragen. Da fallen die durchaus spannenden Goethe-Vertonungen von Manfred Trojahn aus dem Jahr 2007 leider etwas ab, auch wenn die Daniel Behle gewidmeten Lieder in dem jungen Tenor ihren Idealinterpreten gefunden haben dürften. Die erste Lieder-CD von Daniel Behle ist ein großes Versprechen an ein Publikum, das auf weitere so inspirierte wie grundsolide künstlerische Leistungen gespannt sein darf.” (Benjamin Künzel, 12.11.2009 klassik.com Redaktion


Geschichtenerzähler Turku, fesselnd

Der 1978 in Tirana geborene Geiger Rudens Turku hat sich seit geraumer Zeit einen Namen gemacht als exzellenter Kammermusiker und Recital-Virtuose. Nun stellt er zusammen mit dem Pianisten Oliver Schnyder ein bunt gemischtes Recitalprogramm vor, das ihn in unterschiedlichsten Facetten zeigt: in der verhaltenen Zartheit von Rachmaninows “Vocalise” und Piazzollas “Milonga in D”; im natürlichen Rubato der geigerischen Musikanterie von Sarasates “Romanza andaluza” – hier weckt Turkus heiteres Spiel gar Assoziationen zu Fritz Kreisler; in der Unmittelbarkeit des gezügelten Affekts von Dvoráks wunderschöner Sonatine op. 100; und in der Verve und dem epischen Drama von Edvard Griegs machtvoller dritter Sonate op. 45. Turku ist ein sehr leidenschaftlicher und kultivierter Violinist mit farbenreichem, blutvollem Ausdruck, der vor allem in den kleinen Piècen auf seinem Instrument fesselnd eine Geschichte zu erzählen versteht.” (Christoph Schlüren, Klassikmagazin Crescendo, September 2009, CD-Rezensionen, 1. Platz)


“diapason découverte

Mieux qu’un débutant: un fils des Muses, Lauréat du Concours Reine Sonia d’Oslo en 2005, ténor mozartien en troupe à Francfort, Daniel Behle vient de chanter Tamino à Aix sous la direction de René Jacobs, qui l’avait déjà choisi pour Evangéliste dans la Brockes-Passion de Telemann (HM). Ce disque de lieder au programme singulier respire la distinction, la nuance, la fluidité du style, et révèle une sensibilité d’artiste. Juvénile, de texture légère, maitresse de la ligne comme de l’accent, la voix évoque parfois Kurt Equiluz, avec plus de naturel mais non moins de pertinence expressive.

Behle fait manifestement partie de ces chanteurs éloquents et délicats dont on pourrait dire que la parol est ailée, d’une économie poétique parfaite dans le lied. Son partenaire au piano, très présent, attentif au timbre comme à la rigeur de la pulsation, entretient avec lui un dialogue sans trêve. Après une poignée de Schubert et Beethoven, superbement portés, l’interprétation des Grieg touche au plus juste, familière, immédiate, secrète pourtant.

Chef-d’oevre si rarement donné, les Holderlin-Fragmente de Britten constituent le sommet du disque, par la sûreté du dessin et du ton, par une gravité sans emphase, cultivant le mystère fragile aux confins du silence: Socrates und Alcibiades ou Die Linien des Lebens, captivent, mais plus encore Hälfte des Lebens, étrangement voisin du Tour d’écrou.

Découverte enfin avec les lieder de Manfred Trojahn (né en 1949), tout récemment créés et dont Daniel Behle est le dédicataire. Plus enclin aux lieder avec orchestre (Schatten von Kähnen par exemple), Trojahn exhale, dans des poèmes de Goethe déjà touchés par Schubert, une musique pénétrante et subtile, dont les interprètes servent la science des suspensions. An die Entfernte fascine par sa feinte immobilité, tandis que Am Flusse se raréfie jusqu’à l’effacement. Un disque extraordinaire, dont l’écoute répétée n’altère pas le charme.” (JeanPhilippe Grosperrin)


“Ein Gesamtkunstwerk

Mit Schuberts “Musensohn”, sonst eher einem Schlussstück, eröffnet der Tenor seine Debüt-CD – und überzeugt auf Anhieb. Lyrisch empfindsam, rein und wunderbar wendig strahlt diese junge Stimme; an Beethoven, Grieg, Brittens “Hölderlin-Fragmenten” sowie vier Liedern von Manfred Trojahn zeigt Behle sein Stilkönnen. Oliver Schnyders vorbildliche Begleitung macht das Album zu einem Gesamtkunstwerk.” (Kulturspiegel, Juni 2009)


“Hochrangig

Ein junger, aufstrebender Tenor, dessen Name wohl auch in Zukunft aufmerken lassen dürfte: Daniel Behle. Der geborene Hamburger ist Ensemblemitglied an der Frankfurter Oper und wird demnächst den Tamino unter René Jacobs für CD aufnehmen. Eine Rolle, die zu seiner hellen, eher lyrischen, aber auch zur heldischen Attacke fähigen Stimme genau passen dürfte – so zumindest der Eindruck, den er auf seiner Debütaufnahme hinterlässt. Drei Schubert-Lieder eröffnen das interessant zusammengestellte Programm… Behles Stimme bringt alles mit, was ihn als Liedersänger prädestiniert: eine klare Tongebung, ein angenehmes Timbre, gestalterische Klugheit, ein wunderbares Piano, tragfähiges Forte. Behle als Poet – das kann man vor allem in den sechs Liedern op. 48 von Edvard Grieg erleben; bereits im Eingangs-“Gruss” setzt er seine vokalen Ausdrucksmittel überzeugend ein. Die ruhigen Schlafmomente in “”Dereinst” vermittelt er mit einer spannungsvollen Entrücktheit , der Intervallsprung bei “schöner Traum” im Schlusslied gelingt geschmeidig , sinnlich. Auch in Brittens “Hölderlin-Fragmenten” und den vier ausgewählten Liedern von Manfred Trojahn beweist Behle seine Qualitäten. Man darf sich wünschen, dass man ihm Gelegenheit gibt, einmal Zyklen wie “Müllerin” oder “Dichterliebe” aufzunehmen. Dann sollte er wieder auf Oliver Schnyder zurückgreifen, einen wachen, anschlagsfeinen Pianisten, der alle Ausdruckswechsel mühelos in Einheit mit dem Sänger meistert. Auch klanglich wird diese Produktion dem Anspruch einer hochrangigen Debüt-CD vollauf gerecht.” (FONO FORUM, September 2009)


Schweizer Musikzeitung, September 2008

“Bouquet de louanges pour des pétales de roses

Un récital chant et piano plein de superbes découvertes, un disque rare comme on les aime…

Le mezzo Judith Schmid et le pianiste Oliver Schnyder nous mettent en bouche avec un Lied de Edvard Grieg, nous rappelant à quel point ces compositions mériteraient d’être plus souvent chantées. Le plat de résistance est une création de David Philip Hefti, né en 1975. 15 Lieder de haute voltige, présentés en création, qui ont déjà obtenu les plus haute distinctions dont le premier prix du concours de composition de l’Université de Bucarest. Du chant pur au parlé, du chuchotement à la voix éraillée, du suraigu au sous-grave, la voix est utilisée dans tous ses retranchements, de même que le piano (pizzicati, cordes étouffées par la paume, voix – le pianist doit aussi parler -, caresses sur les cordes, percussions…). Rien à voir toutefois avec un catalogue d’effets, puisque ces sons inouïs sont toujours employés à des fins expressives. Cela demande des interprètes non seulement une technique irréprochables, mais un investissement incroyable tant la partition est “physique”. La voix éminemment sensuelle de Judith Schmid s’épanouit à nouveau dans des Lieder de Grieg qui entourent les merveilleuses Histoires naturelles de Ravel. Celles-ci sont restituées avec toute la finesse et l’humour subtil qui convient. Le cas est suffisamment rare pour le signaler: les textes de Jules Renard sont absolument intelligibles, une belle leçon de diction et de parfaite projections!” (Thierry Dagon)


«Atmen, Singen, Springen

Dem Flair des Pianisten Oliver Schnyder für französische Musik verdankt das Aargauer Symphonie Orchester eine Zusammenarbeit, deren Resultat aufhorchen lässt. Seit 2001 Leiter des ASO, hat Douglas Bostock dessen Qualitätsanstieg mächtig vorangetrieben und einen Grad an Transparenz erreicht, der den Klavierkonzerten von Camille Saint-Saëns gut bekommt. Für ein schweizerisches Orchester ist es keine Selbstverständlichkeit, so viel beschwingte Leichtigkeit und pariserische Eleganz zu erzielen wie in den raschen Sätzen dieser Konzerte und in der spritzigen Caprice-Valse ‘Wedding Cake’, einem der brillantesten Konzertstücke dieses Komponisten. In den grossen Steigerungen des g-Moll-Konzertes mit seiner ungewohnten Satzfolge Andante-Allegro-Presto vermag das Orchester mit dem kraftvoll anziehenden Solisten gut mitzuhalten. Im fünften Gattungsbeitrag teilt es, besonders im tänzerisch beginnenden Kopfsatz, förmlich den Atem mit ihm. Wie Oliver Schnyder das gleichzeitige Spiel von Pianissimo und Mezzoforte oder weite Sprünge meistert, um immer wieder mit geschmeidiger Sangbarkeit und feuriger Virtuosität hervorzutreten, beeindruckt nachhaltig.» (Musik&Theater, Mai 2005)

 


«Klassik-Highlight

Neckisches Augenzwinkern

Die Klavierkonzerte von Camille Saint-Saëns werden selten aufgeführt. Umso faszinierender ist es, wie sich der junge Schweizer Pianist Oliver Schnyder mit den komplexen Partituren auseinander setzt und die anspruchsvollsten Stellen mit Virtuosität meistert. Auf der vorliegenden CD wurde neben Saint-Saëns’ g-Moll-Klavierkonzert und dem so genannten «ägyptischen Konzert» mit der Caprice Valse «Wedding Cake» eine besondere Perle französischer Romantik eingespielt. Diese humorvolle Rarität erklingt wie ein Feuerwerk jugendlichen übermutes und scheint allen Mitwirkenden ein neckisches Augenzwinkern zu entlocken. Man darf gespannt darauf sein, wie sich die Karriere des jungen Schweizers weiterentwickeln wird.» (André Scheurer im Schweizer Radiomagazin vom 26.Februar 2005)

 


«Entrückte Welten

Eben erst mit stürmischem Eroberungsgeist und vertieftem Ausdruck in der dritten Sonate von Brahms, den “Variations sérieuses” von Mendelssohn und in Schuberts A-Dur-Sonate D 664 (art unity 20011) hervorgetreten, überrascht der von Homero Francesch und Leon Fleisher ausgebildete Schweizer Oliver Schnyder mit mustergültigen Fauré-Interpretationen von auffallender Eigenart. Mit kristalliner Klarheit und kaum wahrnehmbarem Rubato erzielt der junge Vollblutmusiker im ersten Nocturne des Franzosen eine Entrückung, die aufhorchen lässt. Da ist ein Verständnis für Fauré zu beobachten, das sich auch im geschmeidigen Fluss zweier Impromptus widerspiegelt, die Eleganz mit glanzvollem Esprit verbinden. Zu dieser Leichtigkeit der Klangatmosphäre treten in Debussys “Estampes” ostasiatisches und spanisches Kolorit hinzu, bevor Oliver Schnyder in Mussorgskys “Bilder einer Ausstellung” seine verblüffende Anschlagskunst und eine spieltechnisch reife Meisterschaft in den Dienst einer um Realismus bemühten, letztlich aber eminent romantischen Musiksprache stellt.» (Walter Labhart, CD-Besprechung in “Musik&Theater” Oktober 2003)

 


«Rezital mit Programm

Ein imponierendes Rezital gibt Oliver Schnyder mit Stücken aus dem Mainstream der deutschen Romantik. Er entwickelt die Werke aus ihrer Partitur, ohne dieser “von aussen” eine Konzeption oder Philosophie zuzuführen. Bei ihm erhält die f-Moll-Sonate von Brahms trotz ihrer Schwere auch Züge von Lichtheit und Bezauberung, als ob die Sonne durchs Gewölk bräche. Schnyders Interpretationen treffen den Charakter der Musik. Wo es dieser verlangt (z.B. im Scherzo und Finale der Brahms-Sonate), kann er auch virtuos aufspielen. Dem klassizistischen Zug der Variations sérieuses von Mendelssohn gibt er mit geradezu leichter Hand die nötige Transparenz. Wenn Schnyder – so meine Spekulation – mit der Abfolge seines Programms an jedem Werk einen Charakterzug herausarbeitet (die immer wieder durchbrochene Schwere bei Brahms), um ihn beim nächsten Werk vorauszusetzen und einen weiteren in den Vordergrund zu holen (die Durchsichtigkeit und Leichtigkeit bei Mendelssohn), so ist es in Schuberts A-Dur-Sonate ein tänzerischer Zug, eine abgründige “Leichtigkeit”, die alles andere als leicht ist und wieder auf Brahms zurückführt. (Christoph Winzeler, CD-Besprechung in Musik & Theater, Mai 2002)


«… . Seine Interpretation

von Camille Saint-Saëns’ zweitem Klavierkonzert überzeugt auf allen Ebenen. Den technischen Monstrositäten und Capricen dieser Partitur gerecht zu werden ist das eine. Zusätzlich jedoch scheint der Pianist die Tastenakrobatik nicht ganz ernst nehmen zu müssen. Mit einem Augenzwinkern fegt er am Schluss durch die rasende Tarantella, reitet auf den Wogen der prickelnd aufschäumenden Musik und erschliesst sie so erst richtig. Die Virtuosität dient nicht dem höheren Ruhm des Pianisten, sie ist ein Rausch jubelnder Lebensfreude. Schnyder hat das verstanden, er lässt die Korken knallen, und das Tonhalleorchester unter der Leitung von Chefdirigent David Zinman prostet ihm vergnügt zu.» (Olivier Senn im Tages-Anzeiger)


«Nicht einfach,

sich als Schweizer auf dem engen Klassikmarkt durchzusetzen. Dem jungen Pianisten Oliver Schnyder gelingt es. Dass er zu Recht mit internationalen Preisen eingedeckt ist, beweist die CD mit französischer und russischer Musik. Auffallend der schöne Klang, da ist kein Tastendonnerer am Werk, sondern ein feinfühliger, intelligenter Gestalter. Von Debussys “Jardins sous la pluie” bis zu Mussorgskis “Bildern einer Ausstellung” trifft er den Ton.» (April 2003, Radiomagazin, CD-Tipp, Lislott Frei, Redaktorin DRS2)


«Und wer da hört,

wie der junge Zürcher Brahms’ f-Moll-Sonate belebt, wie er Mendelssohn und Schubert beseelt, der weiss, dass Schnyder … zu den besten Pianisten seiner Generation zählt.» (Gregor Willmes in FACTS)

 

 

Official Site of pianist Oliver Schnyder