Chopin Recital

FONO FORUM 06/08

“Einladend

‘Best of’-Sammlungen wie diese sind ja für gewöhnlich Zweit- oder Drittauswertungen aus altbekannten, oft schon vom Zahn der Zeit angenagten Aufnahmen berühmter Chopin-Spieler. Nicht so diese CD: Sie wurde neu produziert, profitiert von der brillant repräsentativen Akustik des Zürcher Sendesaals und bietet eine attraktiv gemixte, dabei tonartlich verkettete Werkauswahl. Oliver Schnyder stellt sich vorteilhaft als Chopin-Spieler vor. Der 34-jährige Schweizer spielt eher konzertant-virtuos als lyrisch-intensiv, wirft sich mit dem Schwung des jungen Könners in die Musik, ohne je über Einzelheiten hinwegzuspielen. Hörenswert. (Musik ****, Klang *****)” (Ingo Harden)

Sonntag

“Chopin 2010: Und was machen die Jungen?

Zum Jubiläum locken die Legenden: Dass Martha Argerich aussergewöhnlich spielt, wissen alle, dass Friedrich Gulda einst Chopin spielte, vielleicht nicht. Unerreicht bleiben Maurizio Pollini(*1942) und Krystian Zimerman (*1956) (DG). Und die Jungen? Rafal Blechacz (*1985) führt sie an, «singt» Chopin (DG) mit einer unglaublichen Klarheit. Nicht ganz unähnlich ist ihm Simon Trpceski (*1979) bei EMI, dessen Spiel an Schlichtheit kaum zu überbieten ist. Der Chinese Yundi Li (*1982) hatte wohl das Pech, als zweiter Lang Lang zu gelten. Seine CDs sind erstaunlich, doch die DG hat ihn fallenlassen, EMI nahm ihn als Yundi auf. Dort sorgt auch Alexandre Tharaud (1968) für Aufsehen. Evgeny Kissins (*1971) Kunst ist so ausgereift, dass man ihn fast schon einen Altstar nennen will (RCA). Und der Schweizer Oliver Schnyder(*1973) hat 2007 bei telos gezeigt, dass man vor den berühmten Werken keine Ehrfurcht haben muss.” (BEZ)

Aargauer Zeitung, 19. Februar 2008

“SCHNYDER SPIELT CHOPIN

Mit seinem Chopin-Rezital auf CD offenbart Oliver Schnyder eine ganz persönliche Beziehung zu diesem unergründlichen Komponisten. Besondere Aufmerksamkeit verdient allein schon die klug durchdachte Zusammenstellung der 15 Stücke, die weit über das tonartliche Gefüge hinausgeht. Einzelne Etüden wechseln mit Stimmungsstücken, und der dramaturgische Aufbau macht das Fantasie-Impromptu in cis-Moll zum grandiosen Mittelpunkt. Die Agogik (Temposchwankungen), bei Chopin ein viel diskutiertes Phänomen, hat Schnyder sensibel im Griff, Klarheit paart sich mit
kultiviertem Anschlag, kraftvolle Virtuosität mit feinsten agogischen Nuancen. Und der Schluss? Die melancholische, mit herbem Touch gespielte a-Moll-Mazurka op. 17/4 – chopinscher gehts nicht mehr”. (SE)

Official Site of pianist Oliver Schnyder