Reviews 2015

„His name is Schnyder

The Swiss pianist captures the DR Concert House with musicality instead of airs and graces. A magic evening.

One note was enough to take everybody’s heart by storm. The Danish National Symphony may be proud of this trouvaille, Oliver Schnyder has to be reinvited as soon as possible. He is unbelievably friendly and likeable, pleasant by all means. His effortless technique has no peer. Even the big solo cadenza à la pop becomes a heavenly experience – the pianist is on to every dodge. Schumann’s „Vogel als Prophet“ as an encore comes across as mystically wonderful as a visit to the dark side of the moon.“
Sören Schauser, BERLINGSKE, Copenhagen, May 8th, 2015 (translated from Dansk by Dr. Fritz Madsen)


The Baltimore Sun

In his BSO debut, pianist Oliver Schnyder gave a Haydn concerto extra zing with subtly jazzy cadenzas.

The Baltimore Symphony’s program over the weekend, conducted by the always welcome Mario Venzago, offered three items from the orchestral hit parade — Schubert’s “Unfinished,” Strauss’ “Don Juan,” Debussy’s “La Mer” — and a modest little keyboard concerto by Haydn. Who knew the concerto would easily hold its own against the competition?

Making his BSO debut, and enjoying supple support throughout from Venzago and the ensemble, Swiss-born pianist Oliver Schnyder revealed a disarming way with a phrase throughout Haydn’s D major Concerto Sunday afternoon at Meyerhoff Hall.

Schnyder’s articulation proved as warm as it was crystalline, with admirable dynamic variety. Added to all that technical fluency was abundant expressive character, which made the music sound unusually fresh. Speaking of unusually fresh, the cadenzas took the performance to a whole new level.

As I understand it, they were written for the pianist by his friend, Swiss-American composer and saxophonist Daniel Schnyder, whose opera “Charlie Parker’s Yardbird” will be premiered next month by Opera Philadelphia. These cadenzas are terrific, blending 18th-century sensibilities with subtle dashes of jazz to create something that sounds remarkably apt. Haydn surely would have approved — and smiled.

As for the rest of the enjoyable afternoon, Venzago took a propulsive approach to the Schubert work, pointing up its turbulent drama without slighting the lyricism. The orchestra dug into the notes impressively.

The conductor drew sturdy, colorful playing from the BSO in the Strauss and Debussy war horses, which unfolded with a telling proportion of drive and sensitivity.

By Tim Smith The Baltimore Sun


 The Washington Post

May 17 at 2:56 PM

“… The evening’s soloist, Swiss pianist Oliver Schnyder, took a risk that paid off handsomely. This was his BSO debut, and rather than perform some big romantic showpiece, he chose the Haydn Concerto in D (H. XVIII: 11), a work that I’d previously heard in performance only from children, some quite young. But Schnyder (in his 40s and well into an international career) showed that real artistry can be applied to technically simple music just as well as in knuckle-busters. His phrasing and touch in the Un poco adagio opened up worlds of expression, and his bumptious, off-kilter accents in the Hungarian-themed Rondo never disturbed the flowing, propulsive stream of notes. When was the last time you saw a standing ovation for a Haydn concerto?”


LE TEMPS Culture

Entente musicale heureuse au Victoria Hall

La violoniste Julia Fischer a entraîné dans son beau jeu l’Academy of St Martin in the Fields et le pianiste suisse Oliver Schnyder

S’il fallait lui attribuer des couleurs, ce seraient celles de l’ambre, du miel et du chêne. La chaleur du jeu de Julia Fischer ne tient pas que dans son Guadagnini aux teintes d’automne. Son engagement musical passe par les vibrations d’un corps harmonieux autant que d’un esprit finement équilibré entre intériorité, autorité et vivacité. Devant l’Academy of St Martin in the Fields, qu’elle mène avec un tempérament de premier pupitre solo, elle a donné jeudi soir au Victoria Hall un concert idéal.

Car justement, la violoniste assume les imperfections passagères de justesse, d’attaque ou de tension dans les aigus pour atteindre la virtuosité la plus débridée comme l’introspection la plus onirique.

La première partie de soirée avait des allures de feu d’artifice, avant une Nuit transfigurée d’Arnold Schönberg plongée dans de magnifiques moiteurs maeterlinckiennes, où l’alto du groupe a brillé. Avant de s’égarer, comme les autres cordes de l’ensemble, dans les dédales de sous-bois de la partition.

Entente symbiotique

En ouverture, le Concerto pour violon et cordes en sol majeur Hob, VIIa: 4 de Haydn a navigué entre finesse et autorité sur un orchestre parfaitement ramassé dans des sonorités pleines. Puis, avec le Concerto pour piano, violon et cordes en ré mineur de Mendelssohn, le discours s’est démultiplié dans un rapport en duo et en groupe encore vert mais très habilement construit par le compositeur âgé de 14 ans seulement…

Le piano agile d’Oliver Schnyder se fond dans les notes de Julia Fischer. Cette entente symbiotique a atteint, dans le 4e mouvement de la 1re Sonate de Saint-Saëns donné en bis, un niveau étourdissant. Sylvie Bonier, LE TEMPS, 25.4.2015


 Haydns Sonne, Schönbergs Nacht

Ernsthaftigkeit und sangliches Spiel verbinden die Geigerin Julia Fischer und den Schweizer Pianisten Oliver Schnyder.

Am Mittwoch begeisterten sie in der Tonhalle St. Gallen beim Migros-Classics-Konzert.
BETTINA KUGLER

Einfach schön: So klingt Haydns Violinkonzert G-Dur bei Julia Fischer und der Academy of Saint Martin in the Fields am Mittwochabend in der Tonhalle. Ein kleiner, unprätentiöser Vorläufer späterer Virtuosenschwergewichte der Romantik. Keine Musik, die Aufsehen erregt, sich mit Effekten wichtig macht, das Publikum derart in Staunen und Verzuckung versetzt, dass es am
Ende einfach aufspringen und stehend applaudieren muss. Was die deutsche Geigerin, längst auf Augenhöhe mit Anne-Sophie Mutter, am Ende doch erreicht und in ihrer bescheidenen Art freundlich zur Kenntnis nehmen wird – nach Mendelssohns Doppelkonzert d-Moll mit Oliver Schnyder am Klavier und einer Zugabe aus dem Reich der Teufelsgeiger, ebenfalls mit leichtem Strich, dezenter Zurückhaltung
und Souveränität gespielt.

Seelenverwandte Solisten

Es ist ihr sanglicher, nicht zu uppiger Ton, der sofort bezaubert;
ihr Gespur für anmutige Phrasierung, ihr Teamgeist im geradezu kammermusikalischen Zusammenspiel mit der erfahrenen
Academy: alles Tugenden, die Haydns sonnig helles Konzert
adeln. Zumal Julia Fischer ihre makellose Technik nicht beweisen
und zur Schau stellen muss. Man hört schon bei Haydn, wozu sie in der Zugabe von Saint -Satins in der Lage ist. Hier wie dort walten Verspieltheit und Esprit, während Julia Fischer mit dem ihr seelenverwandten Oliver Schnyder in Mendelssohns Konzert zu emotionaler Hochform aufläuft. Die Musiker der Academy of Saint
Martin in the Fields gönnen den Solisten ihren virtuosen Wettstreit
und machen in grösster Harmonie mit ihnen hörbar, welches Genie im seinerzeit erst vierzehnjährigen Mendelssohn schlummerte. Technische Brillanz ist bei Schnyder und Fischer nie Selbstzweck, sondern stets Mittel zu eloquentem Dialog.

Innig und aufgewühlt

Mit grösster Selbstverständlichkeit nimmt Julia Fischer für
Arnold Schönbergs «Verklärte Nacht» im Orchester Platz – wobei
die Führungsrolle in diesem betörenden Fall spätromantischer
Klangpoesie nicht einmal bei der ersten Geige liegt. Die
Academy braucht das nicht; sie agiert mit zartem Pathos, durchstreift innig und aufgewühlt, dabei hochkonzentriert Schönbergs nächtliche Schatten. (St. Galler Tagblatt, 24.4.2015)


Neue Zürcher Zeitung, 23.4.2015, zum Konzert in der Zürcher Tonhalle, Academy St. Martin in the Fields, Julia Fischer, Oliver Schnyder

Jürg Huber · “Bühne frei für: die Routine, die Perfektion und das Musikantentum. Sie sind unterschiedlich gern gesehen in den Konzertsälen, doch im Rahmen der derzeitigen Migros-Kulturprozent-Classics-Tournee waren alle drei zu Gast in der Zürcher Tonhalle. Die ersten beiden, Routine und Perfektion, hatten ihren Auftritt in Joseph Haydns Violinkonzert in G-Dur Hob. VIIa:4. Obwohl die Academy of St Martin in the Fields im Finalsatz ihre motorischen Qualitäten aufblitzen liess, offenbarte sie mit pastosem Klang, dass sie ihre grosse Zeit im vergangenen Jahrhundert hatte und inzwischen den Anschluss an die historisch informierten Spezialensembles verpasst hat. Die Perfektionistin Julia Fischer hingegen spielte ihren Part mit blitzblankem Silberklang und akkurat artikuliert, schlug die grossen Bögen im Adagio mit fein dosiertem Vibrato – aber auch mit einer gewissen Distanziertheit.

Die gediegene Routine wurde in Felix Mendelssohn Bartholdys jugendlichem Doppelkonzert für Geige und Klavier in d-Moll von Oliver Schnyder gründlich aufgemischt. Sein Klavierspiel zeichnet sich nicht durch äusserliche Brillanz und donnernde Lautstärke aus, sondern durch grosse Variabilität und eine geerdete musikantische Energie, die unmittelbar auf das ganze Podium ausstrahlt. So lauschte man mit wachsendem Vergnügen dem musikalischen Treiben zwischen den so unterschiedlichen Charakteren, verfolgte das freundschaftliche Ringen um das angemessene Tempo, gab sich hörend der prononcierten Rede und Gegenrede, dem Vor- und Nachgeben hin, an dem sich auch die Academy mit steigender Lust beteiligte. Routine und blosse Perfektion waren gebannt, auch für das orchestrale Hauptstück des Abends.

Die Streichorchesterfassung von Arnold Schönbergs Sextett «Verklärte Nacht» op. 4 geriet mit Julia Fischer am ersten Pult zunächst zwar etwas oberstimmenlastig. Doch allmählich emanzipierten sich die übrigen Stimmen und fanden zu einem klanglich ausbalancierten Musizieren, das in einen wunderbar intim gestalteten Schluss mündete.“


Jugendliche Leidenschaft: Julia Fischer und Oliver Schnyder in Zürich

Von Rolf Kyburz, 22 April 2015, Bachtrack

Jugendliche Leidenschaft stand an diesem Abend auf dem Programm: Jugendwerke allesamt, waren die Stücke jugendlich in verschiedener Hinsicht: leicht, unbeschwert bei Haydn, ungestüm bei Mendelssohn Bartholdy, schwärmerisch-verträumt bei Schönberg.

Haydn schrieb sein Violinkonzert in G-Dur wahrscheinlich zwischen 1760 und 1769, wenige Jahre nach Bachs und Händels Tod — die Komposition orientiert sich denn auch an der Formensprache des Barock. Dazu passte das Instrumentarium der Academy of St. Martin in the Fields: ein wohlausgewogenes Ensemble von knapp 20 Streichinstrumenten mit Unterstützung eines Cembalos. Das Orchester überzeugte mit einem wohltarierten, warmen Streicherklang und weicher Ansprache, bar jeglicher Rauheit, Ecken und Kanten vermeidend. Julia Fischer passte nahtlos in dieses Bild: ihre Artikulation war weich, eher lyrisch, definitiv nicht barock: das Konzert erschien hier eher im Rokoko verortet.

Der volle, ausgewogene Klang des Soloinstruments trug mühelos über der Orchesterbegleitung, ohne dass die Solistin den Ton je forcieren musste — ein beglückendes, unbeschwertes Hörerlebnis, aus meiner Sicht einzig mit dem Vorbehalt, dass die unvermittelten Temporückungen in manchen Solopassagen unmotiviert schienen und aus der Partitur nicht zu rechtfertigen sind. Wundervoll zart und vom Cembalo diskret versilbert dann der langsame Satz (Adagio), der einen an Glucks Orfeo ed Euridice zu erinnern schien. Den Schluss bildete ein virtuoser Kehraus im besten Sinne, rasch an der Grenze des Machbaren, sauber und sehr agil gespielt, wobei das Tempo allerdings wenig Raum ließ für artikulatorische Differenzierung (oder zumindest war diese im Auditorium kaum nachzuvollziehen). Insgesamt ein Hörgenuss — und eine überzeugende Alternative zu barockisierenden Interpretationen!

Mendelssohns Doppelkonzert für Klavier, Violine und Streicher in d-Moll ist das Werk eines 14-jährigen, ganz im Stile seiner frühen Streichersinfonien, kompositorisch / thematisch „einfach gestrickt“, aber virtuos und übersprudelnd vor Spielfreude, und durchaus voll witziger Einfälle wie die opernhaften Rezitativ-Passagen im ersten Satz. Den Klavierpart spielte hier Oliver Schnyder, an einem modernen Steinway, welcher — einziger Stein des Anstoßes — leider einen rechten Teil des Orchesters völlig verdeckte. Das tat aber dem Hörvergnügen keinen Abbruch: Im Zentrum stehen hier die Solisten, und der Komponist hat sich den Klavierpart ja „in die Hände geschrieben“.

Es war eine reine Freude, das Spiel der Solisten bei ihrem raschen Figurenwerk mitzuverfolgen, zu sehen und zu hören, wie perfekt Solisten und Orchester zusammenspielten. Speziell bemerkenswert war Oliver Schnyders leichter Anschlag, der Violine und Orchester kaum je übertönte (vielleicht mit Ausnahme der abschließenden Oktavpassagen in den raschen Sätzen) und jederzeit leicht, transparent blieb. Auch hier waren kleinere Temporückungen zu vermerken: beim Einsatz des Klaviers mit virtuosen Sechzehntelpassagen stürmte Oliver Schnyder oft mit jugendlicher Verve und Engagement vorwärts, aber in diesem Falle noch in einem natürlichen Rahmen — etwa so, wie man es auch dem Komponisten mit einem Lächeln und keinesfalls mit Unbehagen abgenommen hätte.

Der langsame Satz ist ein intimer, wunderbar lyrischer, heiterer, sanglicher Dialog, selbst wenn der junge Mendelssohn sogar hier nicht auf rasches Figurenwerk im Klavierpart verzichten wollte — eine Art Lied ohne Worte, melodisch der klare Höhepunkt des Werks. Der Schlusssatz war wiederum ein Feuerwerk an Virtuosität. Er begann schon scheinbar an der Grenze des Spielbaren, aber dazwischen steigerten die Solisten das Tempo noch ins Rasende; nur dank der lyrischen Intermezzi konnte man als Zuhörer(in) wieder zu Atem kommen. Insgesamt eine äußerst virtuose und zugleich unterhaltsame, spielfreudige Interpretation, die den Wert dieses viel zu selten gespielten Jugendwerks herausstrich, ohne den Anschein erwecken zu wollen, es handle sich dabei um ein kompositorisches Schwergewicht.

Für die Orchesterversion von Arnold Schönbergs Streichsextett Verklärte Nacht setzte Julia Fischer sich ans erste Pult, die Musiker diskret, aber bestimmt führend, in einem Werk, das einen stimmigen Ausklang bildete. Es ist heute kaum vorstellbar, dass dieses tonale Werk, von Schönberg 1899 (im Alter von 25 Jahren) komponiert, seinerzeit einen Skandal auslöste — wobei sich manche Leute vor allem am etwas schwülstigen Gedicht stießen, welches der Komposition zu Grunde liegt. Man mag das Gedicht dem Zeitgeist zuschreiben, auf jeden Fall ist Schönbergs einsätziges Werk keine Programmmusik im üblichen Sinne. Wir können es heute auch ohne „Programm“, als Sequenz von Stimmungsbildern genießen und schätzen, zumal in einer souveränen Interpretation, wie wir sie in diesem Konzert erleben durften.

Ich konnte mich der Musik hingeben und ganz den (nicht intendierten) Anklängen an Wagner, Mahler, Sibelius und andere Spätromantiker nachspüren; nichts in der ausdrucksstarken, harmonischen Interpretation ließ erahnen, wie genau es der Komponist mit der Niederschrift des Werks nahm, jeden einzelnen Takt mit Nummerierung versehend, kaum ein Takt ohne dynamische oder artikulatorische Bezeichnung: ein „Control Freak“ wie er im Buche steht! Nach meinem Empfinden war es eine gefühlswarme, stimmungsvolle, durchaus romantische, aber keinesfalls schwülstige Interpretation an einem Abend, der durchweg von gründlicher, gewissenhafter Vorbereitung zeugte.


“Weltklasse aus Bern

Marianne Mühlemann, “Der Bund 6.4.2015”, Bild Susanne Keller

Oliver Schnyders Debüt beim BSO wirkt wie ein Eingeständnis: Man hat den international erfolgreichsten Schweizer Pianisten beim BSO bislang sträflich übergangen. Doch nun, wo er endlich darf, darf er gleich richtig: Der 41-Jährige spielt mit dem BSO Beethovens 2. Klavierkonzert in England und ist sein erster Artist-in-Residence. Im Abo-Konzert konnte man sich von Schnyders Weltklasse überzeugen. Ein Glücksfall, wie seine ästhetischen Vorstellungen mit jenen von Mario Venzago übereinstimmen. Bei Beethoven (und in Schumanns «Vogel als Prophet» als Zugabe) sind Verstand und Sinnlichkeit ideal ausbalanciert. Gekonnt, wie der Pianist das Adagio in die Schwebe spielt und das Orchester nahtlos den fehlenden Tonika-Schluss liefert. …”


Déguster la musique

Un trio de classiques germaniques, une formation autant mythique que britannique, deux jeunes talents aux affinités zurichoises, dont une femme à la baguette (et à l’archet): c’est un menu raffiné pour les fines bouches, concocté par Oliver Schnyder et Julia Fischer.

Trois villes ont marqué le parcours du pianiste suisse Oliver Schnyder : Zurich, New York et Baltimore. Dans cette dernière, il se perfectionne auprès du légendaire Leon Fleisher…. Avant de retourner à Zurich, et mettre le public de Tonhalle à ses pieds : son Concerto en sol mineur de Saint -Saëns régale les mélomanes. On acclame désormais “le poète du piano”… Non sans raisons..

Anciens cépages et nouveaux assemblages

De tradition très classique, Oliver Schnyder cisèle et aère son jeu. Nul doute, il a bien appris les leçons de son mentor. Loin de secontenter d’une perfection tactile, il vise les étoiles : la performance n’est jamais aussi parfaite que l’oeuvre en soi… a-t-il dû entendre plus d’une fois…)… Il semble jouer sur une scène au clair de la lune, en évitant tout artifice. Il n’aveugle pas le public par des exploits techniques… Rien de trop. Son jeu suggère, titille l’imagination, joue avec les sens. Dans son approche des concertos de Haydn, par exemple, « la quête du cantabile est centrale». Tel un top chef du XXIe siècle, il opte pour une « prise de distance » face à la partition, afm de « mieux assembler les ingrédients fins, les sublimer et les mettre en valeur »… « Rien à voir avec une paélla… » précise- t-il d’un ton amusé. Serait-il fin gastronome également ? Son aventure avec Haydn a commencé dans son enfance : à l’âge de 10 ans, il passe une nuit blanche à enregistrer sur cassette son oeuvre fétiche, le Concerto en ré majeur. Il veut se mesurer aux grands… Bientôt, il monte sur scène. Sauf que… à l’époque de Haydn, il était de coutume d’improviser les cadences… Aujourd’hui, Oliver Schnyder regrette de ne pas avoir le talent d’improvisateur; il a pourtant trouvé une manière de relever le défi, en commandant les cadences auprès son ami compositeur – homonyme de surcroît – Daniel Schnyder, dans lequel il a reconnu l’âme soeur du classique viennois. Il a su adopter le même langage musical, à la fois intelligent et innocent, tout gardant la griffe “Daniel Schnyder”. Schnyder & Schnyder, chef et commis… le plaisir de musique devient presque gustatif.

Et la suite?

Ses cadences, ainsi que quelques jolies incartades dans un univers plus contemporain (Martinu, Schulhoff, le Suisse Martin Derungs ou le Britannique David Noon), parfois teintées de jazz (comme la mythique Rhapsody in Blue de Gershwin, sans oublier le Concerto pour piano de Daniel Schnyder), ouvrent peut-être quelques portes hors d’un parcours bien léché. La quarantaine tout juste passée, Oliver Schnyder aurait pu explorer de nouvelles pistes, s’aventurer sur quelques terrains moins connus… Si sa discographie reste très bordeaux/ bourgogne (Haydn, Mozart, Liszt et Schumann, en fût de chêne, label RCA Red Seal chez Sony), on pourrait peut-être bientôt s’attendre à des projets plus osés. Les nouvelles collaborations avec l’Orchestre Symphonique de la radio Danoise, et le statut de premier Artiste Etoile sous la baguette de Mario Venzago à Berne, ouvrent des perspectives très prometteuses pour changer d’horizon. Une tournée en Asie se profile également. Il y a aussi son propre trio, créé en 2012 avec Andreas Janke au violon et Benjamin Nyffenegger au violoncelle. On souhaiterait les voir passer commande auprès d’un compositeur national… Au plus grand plaisir des mélomanes suisses, toujours curieux de voir évoluer une personnalité musicale de ce gabarit. Beata Zakes, Scènes Magazine, 1.4.2015

Official Site of pianist Oliver Schnyder