Rezensionen bis 2003

«Die Konzerte von Johannes Brahms haben einen ausgesprochen orchestralen Charakter, wird der Solopart doch stark ins Orchester integriert. Das bedeutet für den Solisten, dass er sich mitten im Orchestersatz drin behaupten muss. Oliver Schnyder gelang dies mit einer bis ins Detail ausgeklügelten agogischen Raffinesse, die vor allem in der dialogischen Spannkraft von der rechten und der linken Hand und im tempomässig markanten Absetzen der virtuosen Formteile ihre Wirkung tat. Dazu kommt ein kerniger Anschlag, der nicht auf Kosten des Finger-Legatos geht, sondern der melodischen Phrase mit sparsamem Pedaleinsatz eine luzide Klarheit verleiht.Eindrücklich geheimnisvolle Momente gelangen dem jungen Solisten in der tiefen Bassregion, aus welcher Brahms die geballten Steigerungen entwickelt. Seine innere Unabhängigkeit vom Pulsschlag ermöglichte Schnyder ein subtiles Verschleiern der Struktur… »(Sibylle Ehrismann, Aargauer Zeitung, Dezember 2003)

 

«Entrückte Welten: Eben erst mit stürmischem Eroberungsgeist und vertieftem Ausdruck in der dritten Sonate von Brahms, den „Variations sérieuses“ von Mendelssohn und in Schuberts A-Dur-Sonate D 664 (art unity 20011) hervorgetreten, überrascht der von Homero Francesch und Leon Fleisher ausgebildete Schweizer Oliver Schnyder mit mustergültigen Fauré-Interpretationen von auffallender Eigenart. Mit kristalliner Klarheit und kaum wahrnehmbarem Rubato erzielt der junge Vollblutmusiker im ersten Nocturne des Franzosen eine Entrückung, die aufhorchen lässt. Da ist ein Verständnis für Fauré zu beobachten, das sich auch im geschmeidigen Fluss zweier Impromptus widerspiegelt, die Eleganz mit glanzvollem Esprit verbinden. Zu dieser Leichtigkeit der Klangatmosphäre treten in Debussys „Estampes“ ostasiatisches und spanisches Kolorit hinzu, bevor Oliver Schnyder in Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ seine verblüffende Anschlagskunst und eine spieltechnisch reife Meisterschaft in den Dienst einer um Realismus bemühten, letztlich aber eminent romantischen Musiksprache stellt.» (Walter Labhart, CD-Besprechung in „Musik&Theater“ Oktober 2003)

 

«Oliver Schnyder/Stefan Tönz, Eigener Charakter: …Schnyder spielte sie (Schumanns Begleitung zu Bachs ‚Chaconne‘) als trockenen Kommentar, als quasi beiseite gesprochene Einwürfe. Damit liess er viel Raum für Stefan Tönz und einen Geigenton, der mit allen Eigenheiten des Instruments zu rechnen scheint und wohl gerade deshalb so schön klingt, weil er dem Hörer keine Engelszungen vortäuschen will. Dieser ganz eigene Charakter färbte auch den Geigenpart in Brahms‘ d-Moll-Sonate…, und in Schumanns Phantasiestücken op. 73 traf Schnyder die Leichtigkeit, die schnelle Wandlungsfähigkeit in kleinsten Dimensionen…Schade, dass die beiden mit dem letzten Stück dieses ungemein eindrucksvollen Abends aus der „Winners and Masters“-Reihe, Bartoks 2. Sonate (1922), um ein Weniges passiver wirkten…Der Applaus hätte trotzdem noch viel begeisterter ausfallen dürfen.»(Süddeutsche Zeitung, 2003)

 

«Ist er eine Hoffnung? Nein, er ist längst mehr, wiewohl er noch ganz jung ist: Der Pianist Oliver Schnyder zählt zu den aufregendsten Erscheinungen – und das nicht nur in der einheimischen, sondern auch in der internationalen Pianistenszene.» (Aargauer Zeitung)

 

«Rezital mit Programm: Ein imponierendes Rezital gibt Oliver Schnyder mit Stücken aus dem Mainstream der deutschen Romantik. Er entwickelt die Werke aus ihrer Partitur, ohne dieser „von aussen“ eine Konzeption oder Philosophie zuzuführen. Bei ihm erhält die f-Moll-Sonate von Brahms trotz ihrer Schwere auch Züge von Lichtheit und Bezauberung, als ob die Sonne durchs Gewölk bräche. Schnyders Interpretationen treffen den Charakter der Musik. Wo es dieser verlangt (z.B. im Scherzo und Finale der Brahms-Sonate), kann er auch virtuos aufspielen. Dem klassizistischen Zug der Variations sérieuses von Mendelssohn gibt er mit geradezu leichter Hand die nötige Transparenz. Wenn Schnyder – so meine Spekulation – mit der Abfolge seines Programms an jedem Werk einen Charakterzug herausarbeitet (die immer wieder durchbrochene Schwere bei Brahms), um ihn beim nächsten Werk vorauszusetzen und einen weiteren in den Vordergrund zu holen (die Durchsichtigkeit und Leichtigkeit bei Mendelssohn), so ist es in Schuberts A-Dur-Sonate ein tänzerischer Zug, eine abgründige „Leichtigkeit“, die alles andere als leicht ist und wieder auf Brahms zurückführt.» (Christoph Winzeler, CD-Besprechung in Musik&Theater, Mai 2002)

 

«Aussergewöhnliche Begegnung…Furor war angesagt. Oliver Schnyder, der international höchst erfolgreiche Künstler, ausgestattet mit einem besonderen Flair für die Moderne, mit einem hochsensiblen Gestaltungsvermögen und einer stupenden Technik…Die Zuhörer feierten Oliver Schnyder frenetisch. In den Zugaben sorgte er nochmals für starke Gegensätze: Nach Schumanns inniger „Träumerei“ setzte er den Schlusspunkt mit dem rasanten „Hummelflug“ von Rimsky-Korsakow.» (Aargauer Zeitung 2003)

 

«… . Seine Interpretation von Camille Saint-Saëns‘ zweitem Klavierkonzert überzeugt auf allen Ebenen. Den technischen Monstrositäten und Capricen dieser Partitur gerecht zu werden ist das eine. Zusätzlich jedoch scheint der Pianist die Tastenakrobatik nicht ganz ernst nehmen zu müssen. Mit einem Augenzwinkern fegt er am Schluss durch die rasende Tarantella, reitet auf den Wogen der prickelnd aufschäumenden Musik und erschliesst sie so erst richtig. Die Virtuosität dient nicht dem höheren Ruhm des Pianisten, sie ist ein Rausch jubelnder Lebensfreude. Schnyder hat das verstanden, er lässt die Korken knallen, und das Tonhalleorchester unter der Leitung von Chefdirigent David Zinman prostet ihm vergnügt zu.» (Olivier Senn im Tages-Anzeiger)

 

«Wunderbar, wie der junge Oliver Schnyder Klavier spielt.» (Neue Zürcher Zeitung)

 

«Nicht einfach, sich als Schweizer auf dem engen Klassikmarkt durchzusetzen. Dem jungen Pianisten Oliver Schnyder gelingt es. Dass er zu Recht mit internationalen Preisen eingedeckt ist, beweist die CD mit französischer und russischer Musik. Auffallend der schöne Klang, da ist kein Tastendonnerer am Werk, sondern ein feinfühliger, intelligenter Gestalter. Von Debussys „Jardins sous la pluie“ bis zu Mussorgskis „Bildern einer Ausstellung“ trifft er den Ton.» (April 2003, Radiomagazin, CD-Tipp, Lislott Frei, Redaktorin DRS2)

 

«Ein hochbegabter Pianist von internationalem Rang.» (Zürichsee Zeitung)

 

«Und wer da hört, wie der junge Zürcher Brahms‘ f-Moll-Sonate belebt, wie er Mendelssohn und Schubert beseelt, der weiss, dass Schnyder … zu den besten Pianisten seiner Generation zählt.» (Gregor Willmes in FACTS)

 

«Seine technischen Kapazitäten sind immens, die disponierende Hand triumphiert mühelos über alle Finessen der Komposition. …Schnyder bot Erstaunliches in der Ausformulierung der Phrasen, in der sicheren Stimmführung, in der luziden Transparenz seines Klavierspiels–selbst in den verdichteten Passagen schien er jede Verzierung, jede Kürzestformel zu achten.» (Aargauer Zeitung)

 

«The fine young Swiss pianist Oliver Schnyder was a match for the music`s challenges. His energetic skills allowed the piano`s percussive lines to hold their own against the orchestra`s brash outbursts. In the second movement, he gave a sensitive delivery of its poetic and passionate expressions. And in the last, he relished the tricky rhythms of the sparkling scherzo.» (The Columbus Dispatch)

 

«Oliver Schnyder is one of the most exciting and brilliant young pianists I have ever heard. He has true sensitivity and an appealing style which will undoubtedly reach an immense audience. His future will be a great one.» (Ruth Laredo, the american lady of the piano)

 

«Schnyder’s awareness of structural detail informed his interpretation throughout… and his intelligence and aristocratic musicianship found the music’s essential character.» (Washington Post)

 

«Solche Musiker also hat die Schweiz zu bieten!… Oliver Schnyders Spiel erfüllte höchste Qualitätsansprüche.» (Rheinische Post)

 

Offizielle Site von Oliver Schnyder, Pianist